Erscheinungs- und Wallfahrtsorte

    Altötting

    Bayern, Deutschland

    Altötting

    Die Wurzeln des Heiligtums reichen bis 876 zurück. Damals gründete König Karlmann hier ein Benediktinerkloster mit einer dem heiligen Philippus geweihten Kirche. Nach der Zerstörung durch ungarische Einfälle im Jahr 910 wurde es 1228 unter Herzog Ludwig I. wiedererrichtet. Die achteckige Gnadenkapelle, heute das älteste Marienheiligtum Deutschlands, stammt aus jener frühen Zeit. Sie birgt die kleine hölzerne Schwarze Madonna aus dem 14. Jahrhundert.

    Bis 1489 blieb der Ort ein eher bescheidenes Wallfahrtsziel. Dann legte nach der Überlieferung eine verzweifelte Mutter ihren ertrunkenen dreijährigen Sohn leblos vor das Marienbild in der Kapelle und flehte um ein Wunder. Das Kind erwachte zum Leben. Nach diesem Bericht kamen so viele Pilger, dass die Kapelle bald um ein Langhaus und einen überdachten Umgang erweitert wurde. Bis heute sind hier Tausende Votivgaben als Zeichen des Dankes der Gläubigen zu sehen.

    Zu den Besonderheiten Altöttings gehört die alte bayerische Tradition, die Herzen der Herrscher in Urnen in der Gnadenkapelle beizusetzen. Hier ruhen die Herzen König Ludwigs II. von Bayern sowie seines Vaters und seines Grossvaters. Unter den Kunstschätzen des Heiligtums ragt das Goldene Rössl hervor, ein vergoldetes silbernes Altärchen aus dem Jahr 1404, ein Geschenk der französischen Königin Isabeau de Bavière.

    Die Tausenden Votivgaben rund um die Gnadenkapelle – Bilder, Gegenstände und schriftliche Danksagungen – zeugen von Generationen von Pilgern, die hier um Heilung gebetet oder sie erfahren haben. Familien und Eltern ist der Ort besonders lieb, in Erinnerung an die ursprüngliche Heilung des Kindes im Jahr 1489.

    Papst Johannes Paul II. besuchte Altötting 1980. Benedikt XVI., der in dieser Gegend Bayerns geboren wurde, kehrte 2006 als Papst zurück. Sein Besuch wurde als eine Art Heimkehr in seine geistliche Heimat beschrieben.

    Gebete dieses Heiligtums

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