Begegnung mit Gott und Beziehung zu ihm.
Im Gebet tritt der Mensch in Beziehung zu Gott. Gott braucht keine Informationen von uns. Aber wir öffnen ihm unser Herz.
Gott verändert sich nicht. Doch im Gebet verändert sich der Mensch und öffnet sich für Gott.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2559
Gebet ist keine Technik und keine religiöse Leistung.
Im Gebet antwortet der Mensch auf Gott, der ihn zuerst gesucht hat.
«Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.» 1 Joh 4,19
Die Kirche kennt verschiedene Formen des Gebets.
(KKK 2626–2643)
Wir erkennen Gott als Ursprung von allem an und treten vor ihn.
Wir bringen vor Gott, was wir in unserer Schwäche und auf unserer Suche brauchen.
Wir beten für andere und bringen ihr Leben vor Gott.
Wir erkennen das Leben als Geschenk und danken für das, was wir empfangen haben.
Wir loben Gott um seiner selbst willen, weil er ist.
Es gibt verschiedene Wege zu beten.
Wir sprechen mit Gott in unseren eigenen Worten oder mit den Gebeten, die die Kirche uns überliefert hat.
In Worten drücken wir aus, was wir im Herzen tragen: Dankbarkeit, Bitten, Freude, Reue oder Hingabe.
KKK 2700–2704
Wir betrachten Gottes Wort, das Leben Christi und die Geheimnisse des Glaubens.
Wir denken darüber nach, was Gott uns sagt und wie wir mit unserem Leben darauf antworten können.
KKK 2705–2708
Wir verweilen still vor Gott und wenden ihm unser Herz zu.
Wir brauchen nicht viele Worte. Wir sind einfach bei ihm, in Glauben und Liebe.
KKK 2709–2719
„Herr, lehre uns beten!“
Lk 11,1
Wie vieles im Leben lernen wir auch das Beten.
Ein Gebet kann ganz kurz und einfach beginnen. Mit der Zeit wächst und vertieft es sich. Die Kirche lehrt uns beten durch die Heilige Schrift, die Liturgie, die Psalmen und die Gebete, die sie uns überliefert hat. Der Heilige Geist führt uns dabei in eine immer tiefere Beziehung zu Gott. Wir dürfen auch mit eigenen Worten zu Gott sprechen: ehrlich, aus unserem Leben heraus, mit allem, was uns am Herzen liegt.
Wir können immer und überall beten. Doch unsere Beziehung zu Gott braucht auch Zeit, die wir ihm bewusst schenken. Regelmässigkeit hilft uns, das Gebet zu einem Teil unseres Lebens werden zu lassen, zu dem wir nicht erst zurückfinden, wenn wir etwas brauchen. Deshalb spricht der Katechismus von festen Gebetszeiten und einem Rhythmus des Betens.
Es kommt nicht auf viele Worte an. Wir lernen zu beten, indem wir uns Gott vertrauensvoll, demütig, hingebungsvoll und beharrlich zuwenden und Tag für Tag zu ihm zurückkehren.
KKK 2650–2651 · 2697–2699
Beten fällt uns nicht immer leicht. Zerstreuung, innere Trockenheit oder das Gefühl, dass nichts geschieht, gehören zu den bekannten Erfahrungen im Gebet. Deshalb spricht der Katechismus vom Kampf des Betens.
Auch im Gebet schweifen unsere Gedanken ab. Wenn wir es bemerken, brauchen wir nicht aufzugeben. Wir wenden unser Herz einfach wieder Gott zu.
KKK 2729
Manchmal wird das Gebet trocken und schenkt keinen Trost. Dann suchen wir nicht nach dem Gefühl seiner Nähe, sondern bleiben im Glauben bei Gott.
KKK 2731
Manchmal beten wir und sehen keine Antwort. Das Gebet ist kein Mittel, Gott unseren Willen aufzuzwingen. Wir lernen, ihm zu vertrauen und beharrlich zu bleiben, indem wir ihm anvertrauen, worum wir bitten.
KKK 2734–2741
Im Ringen um das Gebet lernen wir, uns weniger auf unsere Gefühle zu verlassen und uns mehr dem Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen. Er kommt unserer Schwachheit zu Hilfe und führt uns im Gebet, auch wenn wir nichts spüren.
vgl. Röm 8,26 · KKK 2670–2672
Die Heiligen zeigen, wie das Gebet ein Leben prägt.
Viele Gebete der Kirche sind aus ihrer Erfahrung mit Gott entstanden.
Jeder Mensch darf sich unmittelbar an Gott wenden. Jesus Christus ist der einzige Mittler.
Doch auch die Heiligen haben ihren Platz. Sie treten nicht an Gottes Stelle. Sie führen zu ihm.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 956
Neben dem persönlichen Gebet kennt die Kirche gemeinsame Gebete, deren Worte über Jahrhunderte weitergegeben wurden.
„Nahe ist der HERR allen, die ihn rufen.“
Ps 145,18