Erscheinungs- und Wallfahrtsorte

    Mariazell

    Österreich

    Mariazell

    Nach der Überlieferung kam der Benediktiner Magnus 1157 an diesen Ort. Er trug eine kleine Marienstatue aus Lindenholz bei sich und wollte eine Gebetszelle für die Menschen der Umgebung errichten. Als ihm ein gewaltiger Fels den Weg versperrte, öffnete die Statue auf wunderbare Weise einen Durchgang. Daher wird der Name des Ortes, Mariazell – „Zelle Mariens“ –, hergeleitet.

    Die Statue, bekannt als Magna Mater Austriae, „Grosse Mutter Österreichs“, wurde seit dem Spätmittelalter zum geistlichen Mittelpunkt nicht nur Österreichs, sondern ganz Mittel- und Osteuropas. Jahrhundertelang kamen Pilger aus Ungarn, Böhmen, der Slowakei, Slowenien und Kroatien. So gehörte Mariazell zu den wenigen Heiligtümern, die sprachliche und nationale Grenzen dieser Region überbrückten.

    Das Heiligtum wurde im Lauf seiner Geschichte mehrfach von Bränden und drohenden osmanischen Angriffen heimgesucht: 1420, 1532 und während der Belagerung Wiens 1683, als die Schätze in Sicherheit gebracht wurden. Auch die Pest von 1679 und die Napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts überstand die Gemeinschaft unter grossen Opfern.

    Als geistliches Zentrum Mitteleuropas versammelt Mariazell bis heute Pilger aus Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Slowenien und Kroatien. Sie erzählen von der Gemeinschaft einer katholischen Tradition, die über nationale Grenzen hinausreicht. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs blieben besonders die grossen Dankwallfahrten aus den ehemals kommunistischen Ländern in Erinnerung. Sie wurden als Zeichen der wiedergewonnenen Glaubensfreiheit erfahren.

    Papst Johannes Paul II. besuchte Mariazell 1983. Benedikt XVI. kam 2007 zur Feier des 850-jährigen Bestehens des Heiligtums.

    Gebete dieses Heiligtums

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