Bosnien und Herzegowina

Am 24. Juni 1981 sahen sechs Kinder aus der Pfarrei Međugorje auf dem Hügel Podbrdo eine Frau, die sie als die Muttergottes erkannten: Ivanka Ivanković, Mirjana Dragićević, Vicka Ivanković, Ivan Dragićević, Ivan Ivanković und Milka Pavlović. In den folgenden Tagen setzten sich die Erscheinungen fort. Die Frau stellte sich als „Königin des Friedens“ vor.
Die Botschaften, von denen die Seher berichten, rufen zur Umkehr, zum Fasten – besonders mittwochs und freitags –, zum täglichen Rosenkranzgebet und zum Frieden zwischen Völkern und Menschen auf.
Seit Mitte der 1980er-Jahre ist der Ort weit über seine Region hinaus bekannt geworden und zählt zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten der Welt. Schätzungen sprechen von bis zu dreissig Millionen Pilgern im Lauf der vergangenen Jahrzehnte. Besonders bekannt ist Međugorje für seine Beichtstühle, in denen Priester aus aller Welt Tag und Nacht die Beichte hören, und für die vielen Zeugnisse geistlicher Umkehr.
Unzählige Pilger erzählen, dass sich ihr Leben in Međugorje tiefgreifend verändert hat: Sie fanden nach Jahren oder gar Jahrzehnten zur Beichte zurück, erlebten neue Versöhnung in Ehe und Familie, entschieden sich für den Priester- oder Ordensberuf oder fanden im täglichen Rosenkranzgebet eine bleibende Heimat. Wegen der Hunderten Priester, die dort Tag und Nacht die Beichte hören, wird der Ort oft „Beichtstuhl der Welt“ genannt. Neben diesen geistlichen Früchten gibt es einzelne Zeugnisse körperlicher Heilung. Sie werden jedoch nicht wie in Lourdes einem systematischen kirchlichen Prüfverfahren unterzogen.
Nach langjährigen Untersuchungen durch mehrere kirchliche Kommissionen veröffentlichte das Dikasterium für die Glaubenslehre unter Papst Franziskus 2024 eine Note, auf deren Grundlage ein Nihil obstat erteilt wurde. Damit dürfen Gläubige an den geistlichen Früchten von Međugorje teilhaben, und Bischöfe können Wallfahrten fördern. Über den übernatürlichen Ursprung der einzelnen Erscheinungen wurde damit nicht entschieden; diese Frage bleibt offen.