Heilige Bernadette Soubirous

    Seherin von Lourdes und Ordensfrau · 1844–1879

    Festtag: 16. April

    Die Kleinsten sind Gott am nächsten.

    Achtzehn Begegnungen mit der Muttergottes.

    Für Menschen, die von der Welt übersehen werden.

    Warum du dich an sie wenden kannst

    Gott wählt anders.

    Bernadette war weder gebildet noch gesund, und nach den Massstäben der Welt war sie unbedeutend. Sie lebte in einem ehemaligen Gefängnis, ging nur unregelmässig zur Schule und litt seit ihrer Kindheit an schwerem Asthma. Gerade in diesem Leben suchte die Muttergottes sie auf. Gott vertraute seine Botschaft einem Menschen an, der nichts von dem mitbrachte, was die Welt für eine solche Aufgabe vorausgesetzt hätte.

    Lourdes ist heute einer der grössten Wallfahrtsorte der Welt. Doch seine Kraft liegt in der Stille, nicht in seiner Grösse. Bernadette versprach keine Heilung und suchte nicht das Aussergewöhnliche. Sie blieb auf den Knien und gab weiter, was sie gehört hatte. Tausende kamen mit zerbrochenen Hoffnungen und gingen mit etwas zurück, das nicht immer die Heilung des Körpers war, aber doch Frieden und Orientierung.

    An sie wenden sich Kranke, die nicht wissen, was ihnen bevorsteht. Menschen, die sich zu arm, zu schwach oder zu unbedeutend fühlen, als dass Gott sie hören könnte. Und Menschen, die nach einem Weg suchen, ohne eine Karte oder einen Kompass zu haben. Bernadette versteht sie. Auch sie hatte nicht schon im Voraus die Antworten. Sie ging den nächsten Schritt.

    Anliegen

    Wann du dich an sie wenden kannst

    Wähle dein Anliegen. Nimm dir Zeit für das Gebet.

    Lebensgeschichte

    Leben der Heiligen

    Bernadette Soubirous wurde am 7. Januar 1844 im französischen Lourdes als erstes Kind einer armen Familie geboren. Ihr Vater François verlor seine Mühle, und die Familie zog in das ehemalige Stadtgefängnis, das le cachot genannt wurde: ein feuchter, dunkler Raum mit einem einzigen kleinen Fenster. Bernadette litt seit ihrer Kindheit an schwerem Asthma und war körperlich schwach. Ihr Schulbesuch wurde immer wieder unterbrochen; ab Januar 1858 besuchte sie die Schule der Schwestern.

    Am 11. Februar 1858 ging Bernadette mit zwei anderen Mädchen zum Fluss Gave, um Holz zu sammeln. Bei der Grotte von Massabielle hörte sie ein Geräusch wie einen Windstoss und sah in einer Felsnische eine junge Frau in Weiss, mit einem blauen Gürtel und einer Rose auf jedem Fuss. Sie kniete nieder und begann, den Rosenkranz zu beten. Die anderen Mädchen sahen nichts.

    Zwischen Februar und Juli 1858 erlebte Bernadette achtzehn Erscheinungen. Die Muttergottes rief zu Busse und Gebet auf und bat darum, eine Kapelle zu errichten und in Prozessionen hierherzukommen. Am 25. Februar forderte sie Bernadette auf, sich an der Quelle das Gesicht zu waschen. Bernadette begann im Schlamm zu graben, wo noch kein Wasser zu sehen war. Dann floss es hervor. Am 25. März, dem Fest der Verkündigung, nannte die Muttergottes ihren Namen: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.“ Bernadette wusste nicht, was das bedeutete. Auf dem ganzen Heimweg wiederholte sie die Worte, um sie nicht zu vergessen.

    Gerade diese Worte erstaunten Pfarrer Peyramale am meisten. Erst vier Jahre zuvor, 1854, hatte Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis verkündet: einen theologischen Begriff, den ein Mädchen vom Land, das weder lesen noch schreiben konnte, nicht kennen oder verstehen konnte. Für die spätere kirchliche Untersuchung wurde dieses Detail entscheidend. Bernadette legte die Worte nicht aus. Sie gab nur weiter, was sie gehört hatte.

    Wunder und Zeichen

    Zeugnisse des Vertrauens

    Im Verfahren zur Selig- und Heiligsprechung Bernadettes prüfte die Kirche konkrete Heilungen. Seit 1883 untersucht das medizinische Büro von Lourdes als weltweit einzige Einrichtung dieser Art die gemeldeten Fälle systematisch und nach strengen medizinischen Kriterien.

    Die Entdeckung der Quelle, die bis heute fliesst

    Lourdes, 25. Februar 1858

    Die Entdeckung der Quelle, die bis heute fliesst

    Bei der neunten Erscheinung sagte die Muttergottes zu Bernadette: „Gehen Sie zur Quelle, trinken Sie daraus und waschen Sie sich dort.“ Bernadette grub im Schlamm, und Wasser begann zu fliessen: eine Quelle, die es zuvor nicht gegeben hatte. Die Quelle fliesst bis heute; wie viel Wasser sie führt, hängt von der Jahreszeit ab. Sie ist nie versiegt. Dem Wasser selbst wird keine Wunderkraft zugeschrieben. Doch Zehntausende Kranke, die es verwendeten, berichteten von Heilungen. Die ärztliche Beurteilung, ob eine Heilung medizinisch unerklärlich ist, gehört zum Verfahren, in dem die Kirche bis heute 72 Wunder offiziell anerkannt hat.

    Bernadettes unverwester Leib

    Nevers, 1909 / 1919 / 1925

    Bernadettes unverwester Leib

    Bernadettes Leichnam wurde dreimal untersucht: 1909, dreissig Jahre nach ihrem Tod, 1919 und 1925. Jedes Mal fanden Ärzte und kirchliche Vertreter ihn unverwest vor. Ein Arzt, der bei der Exhumierung von 1909 anwesend war, hielt im amtlichen Bericht fest, Gesicht, Hände und Körper seien vollkommen erhalten geblieben. Bis heute ruht ihr Leib in einem gläsernen Reliquienschrein in der Kapelle Saint-Gildard in Nevers, wo Pilger ihn sehen können.

    Louis Bouriette erhält sein Augenlicht zurück

    Lourdes, 1858

    Louis Bouriette erhält sein Augenlicht zurück

    Louis Bouriette, ein Bergarbeiter aus Lourdes, verlor bei einem Grubenunglück im Jahr 1839 das Sehvermögen auf seinem rechten Auge. Der Arzt Dozous bestätigte, dass das Auge dauerhaft geschädigt sei und es keine medizinische Behandlungsmöglichkeit gebe. Ende Februar 1858 holte Bouriette Wasser aus der neuen Quelle und wusch sich damit das Auge. Er konnte wieder sehen. Dr. Dozous, der den Erscheinungen skeptisch gegenüberstand, untersuchte ihn und fand keine medizinische Erklärung. Es war eine der ersten dokumentierten Heilungen an der Quelle von Lourdes.

    Schutz und Fürsprache

    Patronate

    In der kirchlichen Überlieferung

    • Kranke
    • Lourdes in Frankreich
    • Armut
    • Hirten
    • Pflegekräfte
    • Frankreich
    Gebet

    Beten mit der heiligen Bernadette Soubirous

    Du kannst mit den Worten der Kirche beten.

    Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.

    Du kannst auch schweigen.

    Die Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.

    Sie begleitet dich mit ihrem Gebet und ihrer Fürsprache.

    Der Weg führt immer zu Gott.

    Geistliches Erbe

    Mit eigenen Worten

    Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

    Wallfahrtsorte

    Lourdes und Nevers – zwei Orte ihres Lebens

    • Grotte von Massabielle, Lourdes — Ort der achtzehn Erscheinungen der Muttergottes und eines der grössten Wallfahrtszentren der Welt mit mehr als fünf Millionen Besuchern im Jahr. Die Quelle, die Bernadette freilegte, fliesst seit 1858 ununterbrochen.
    • Kapelle Saint-Gildard, Nevers — In diesem Kloster verbrachte Bernadette die letzten dreizehn Jahre ihres Lebens. Ihr unverwester Leib ruht in einem gläsernen Reliquienschrein.
    Lourdes und Nevers – zwei Orte ihres Lebens
    Der Weg führt zu Gott

    Bernadette ist nicht das Ziel.

    Sie zeigt einen Weg.

    Sie führt zur Muttergottes.

    Und die Muttergottes führt zu Christus.

    Nevers, 1877

    „Die Muttergottes hat mir kein Glück in dieser Welt versprochen, sondern in der anderen.“

    So sagte sie es einer Schwester im Kloster. Ohne Bitterkeit.