Heilige Birgitta von Schweden

    Mystikerin und Ordensgründerin · 1303–1373

    Festtag: 23. Juli

    Mystikerin und Mutter.

    Mitpatronin Europas

    Sie hörte hin, und Gott sprach.

    Warum du dich an sie wenden kannst

    Sie hörte hin. Gott sprach.

    Birgitta war nicht von Jugend an Ordensfrau. Sie war Ehefrau, Mutter von acht Kindern und Hofdame. Mitten in diesem Leben begann sie, Gottes Stimme zu hören. Sie nahm ernst, was er ihr sagte: Sie schrieb es auf, prüfte es und suchte Bestätigung. So entstanden die Offenbarungen, die auch Päpste lasen.

    Als ihr Mann Ulf starb, verschloss sie ihr Herz nicht. Sie öffnete es noch weiter. Sie ging nach Rom und kehrte nie nach Schweden zurück. Fünfundzwanzig Jahre lebte sie dort, vermittelte zwischen kirchlichen Parteien, schrieb an Päpste und gründete einen Orden. Sie starb 1373, fern ihrer Heimat.

    An sie wenden sich Witwen und Menschen, die ihren Ehepartner verloren haben, Eheleute, die ihre Ehe vor Gott gestalten möchten, Menschen, die vor einem grossen Schritt im Leben nach Gottes Willen fragen, und alle, die sich nach einem tieferen Gebetsleben sehnen.

    Anliegen

    Wann du dich an sie wenden kannst

    Du darfst mit deinen Sorgen vor Gott kommen.

    Lebensgeschichte

    Leben der Heiligen

    Birgitta wurde 1303 in Finsta in der schwedischen Landschaft Uppland geboren. Ihre Familie gehörte zu den angesehensten des Landes. Ihr Vater Birger Persson war Gesetzgeber und Statthalter der Provinz; ihre Mutter Ingeborg Bengtsdotter starb, als Birgitta noch ein Kind war. Mit 13 Jahren heiratete sie den achtzehnjährigen Ulf Gudmarsson aus einer ebenso angesehenen Familie. Die Ehe war vereinbart worden, doch alle Quellen beschreiben sie als von tiefer Liebe und gemeinsamem Glauben geprägt. Sie hatten acht Kinder. Die bekannteste ihrer Töchter ist Katharina, die heute als heilige Katharina von Schweden verehrt wird.

    Um 1335 wurde Birgitta als Begleiterin der Königin Blanche von Namur, der Gemahlin König Magnus’ IV., an den Hof gerufen. Sie erlebte das höfische Leben aus nächster Nähe: Prunk, Habgier und sittliche Zügellosigkeit. Sie schwieg dazu nicht, sondern schrieb dem König, mahnte ihn und gab ihm Rat. Bis zum Jahr 1341 hatte sie mit ihrem Mann eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela unternommen. Der lange, beschwerliche Weg veränderte beide tief. Auf der Rückreise wurde Ulf krank. Er starb 1344 im Zisterzienserkloster Alvastra, nachdem beide ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatten.

    Der Tod ihres Mannes wurde zur Wende. Birgitta blieb noch einige Zeit in Alvastra und führte ein beinahe eremitisches Leben des Gebets. In dieser Zeit begannen die Visionen. Die Stimme Christi, die sie als sanft und zugleich durchdringend wahrnahm, vermittelte ihr Botschaften. Der Auftrag war klar: Schreibe auf. Mit Unterstützung ihres Beichtvaters Petrus von Skänninge und des Theologen Matthias von Linköping begann sie festzuhalten, was sie hörte und sah. So entstanden die Revelationes Coelestes, die Himmlischen Offenbarungen: acht Bücher, die zu den bedeutendsten mystischen Werken der christlichen Literatur wurden.

    Birgitta erzwang nichts. Jeder Schritt ihres Lebens kam zu seiner Zeit: Ehe, Kinder, Hof, Pilgerreise, Witwenschaft und Visionen. Gott drängte sie nicht, und sie drängte Gott nicht. Als sie 1349 nach Rom aufbrach, waren ihre Kinder bereits erwachsen; einige hatte sie überlebt. Sie wollte die Rückkehr des Papstes aus Avignon und die Genehmigung eines neuen Ordens erwirken. Nach Schweden kehrte sie nie zurück. Fünfundzwanzig Jahre lebte sie in Rom, in einer bescheidenen Wohnung nahe San Lorenzo in Damaso. Sie lebte von Almosen, besuchte Kranke und Gefangene und schrieb freimütig an Päpste und Mächtige. Der Orden des Allerheiligsten Erlösers, der Birgittenorden, erhielt die päpstliche Genehmigung. Sein Sitz wurde Vadstena, auf einem Grundstück, das König Magnus auf Birgittas Empfehlung geschenkt hatte.

    Wunder und Zeichen

    Zeugnisse des Vertrauens

    Die Vision des gekreuzigten Christus in ihrer Kindheit

    Finsta, Schweden, um 1310

    Die Vision des gekreuzigten Christus in ihrer Kindheit

    Nach den hagiografischen Quellen hatte Birgitta mit sieben Jahren eine Vision des gekreuzigten Christus. Er sagte zu ihr: „So haben sie mich verwundet.“ Als sie fragte, wer ihm das angetan habe, antwortete er: „Diejenigen, die mich verachten und meine Liebe vergessen.“ Diese Vision prägte ihr ganzes geistliches Leben. Das Mitgefühl mit Christi Leiden wurde zum Kern ihrer späteren Offenbarungen und ihres Gebets.

    Die Prophezeiung der Rückkehr des Papstes nach Rom

    Rom, 1350–1370

    Die Prophezeiung der Rückkehr des Papstes nach Rom

    Birgitta sagte mehrfach voraus, dass der Papst Avignon verlassen und nach Rom zurückkehren werde, obwohl dies damals politisch unmöglich erschien. Sie schrieb unmittelbar an Clemens VI., Innozenz VI. und Urban V. und rief sie zur Rückkehr auf. Urban V. kam 1367 nach Rom, kehrte jedoch nach Avignon zurück und starb. Erst Gregor XI. kehrte 1377 endgültig nach Rom zurück, vier Jahre nach Birgittas Tod, so, wie sie es vorausgesagt hatte.

    Heilungen von Pilgern in Vadstena

    Vadstena, Schweden, 14.–15. Jahrhundert

    Heilungen von Pilgern in Vadstena

    Nachdem Birgittas Reliquien nach Vadstena überführt worden waren und das Kloster gegründet war, trafen Berichte über die Heilung von Pilgern ein, die an ihrem Grab gebetet hatten. Für das Heiligsprechungsverfahren von 1391 wurden mehrere Zeugnisse über wunderbare Heilungen von Blindheit, Lähmungen und schweren Krankheiten gesammelt und geprüft. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde Vadstena zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte Nordeuropas.

    Schutz und Fürsprache

    Patronate

    In der kirchlichen Überlieferung

    • Schweden
    • Europa (Mitpatronin)
    • Pilger
    • Witwen
    • Ordensfrauen des Birgittenordens
    Gebet

    Beten mit der heiligen Birgitta von Schweden

    Du kannst mit den Worten der Kirche beten.

    Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.

    Du kannst auch schweigen.

    Die Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.

    Sie begleitet dich mit ihrem Gebet und ihrer Fürsprache.

    Der Weg führt immer zu Gott.

    Geistliches Erbe

    Mit eigenen Worten

    Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

    Wallfahrtsorte

    Abtei Vadstena, Schweden

    • Abtei Vadstena, Schweden — Sitz des von Birgitta gegründeten Birgittenordens, Ort ihres Grabes und Wallfahrtszentrum Nordeuropas.
    • Kirche Santa Brigida, Rom — am Campo de’ Fiori, an ihrem früheren Wohnort errichtet; in der Nähe liegt auch San Lorenzo in Damaso.
    • St. Brigid’s Church, Kildare, Irland — hier wird sie gemeinsam mit der irischen Brigida verehrt; Teile ihrer Reliquien befinden sich auch im bayerischen Altötting.
    Abtei Vadstena, Schweden
    Der Weg führt zu Gott

    Der Weg endet nicht bei Birgitta.

    Sie ist eine Weggefährtin.

    Ihr Leben weist auf Jesus Christus hin.

    Mit Christus führt sie uns im Heiligen Geist zum Vater.

    Revelationes Coelestes

    „Die Liebe zu Gott soll wie ein Feuer sein: eines, das glimmt und wärmt, statt rasch zu vergehen.“

    Aus den Himmlischen Offenbarungen, Buch I