Heilige Faustina Kowalska

    Ordensschwester und Apostelin der Barmherzigkeit Gottes · 1905–1938

    Festtag: 5. Oktober

    Barmherzigkeit ohne Grenzen.

    Jesus, ich vertraue auf dich.

    Für alle, die fürchten, es sei zu spät.

    Warum du dich an sie wenden kannst

    Eine Schwester, die Gottes Stimme hörte

    Faustina Kowalska starb 1938 als eine völlig unbekannte Ordensschwester. Sie hatte keine theologische Ausbildung und keinen Einfluss. Ausserhalb ihres Klosters kannte kaum jemand ihren Namen. Zurück blieb eine Handschrift, nach der niemand gefragt hatte.

    Heute ist diese Handschrift in mehr als dreissig Sprachen übersetzt. Das Bild, den Rosenkranz, die Stunde der Barmherzigkeit und das Fest, das inzwischen die ganze Kirche feiert, hat sie nicht selbst erfunden. Sie schrieb auf, was sie hörte. Durch sie wurde die Botschaft weitergegeben; ihren Ursprung hatte sie nicht in ihr.

    An sie wenden sich Menschen, die fürchten, es sei zu spät und ihre Fehler seien zu gross. Faustina verweist sie nicht auf ihre eigenen Verdienste, sondern auf die Botschaft Gottes, die sie empfangen und weitergegeben hat: Seine Barmherzigkeit rechnet nicht auf und wartet nicht, bis du bereit bist. Es gibt keinen Abgrund, in den sie nicht hinabreicht.

    Anliegen

    Wann du dich an sie wenden kannst

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    Lebensgeschichte

    Leben der Heiligen

    Helena Kowalska wurde am 25. August 1905 in Głogowiec geboren, einem kleinen Dorf in Mittelpolen. Sie war das dritte von zehn Kindern des Webers Stanisław und seiner Frau Marianna. Drei Jahre lang ging sie zur Schule. Von den Möglichkeiten, die die Welt einem Mädchen aus einer armen Bauernfamilie bieten konnte, hatte sie fast nichts. In ihrem Tagebuch schrieb sie: «Seit meinem siebten Lebensjahr spürte ich einen Ruf Gottes, die Gnade der Berufung zum Ordensleben. Mit sieben Jahren hörte ich zum ersten Mal Gottes Stimme in meiner Seele.»

    Ihre Eltern waren dagegen. Mit fünfzehn oder sechzehn Jahren ging sie als Dienstmädchen arbeiten, zunächst in Aleksandrów, später in Łódź. Im Sommer 1924 besuchte sie dort eine Tanzveranstaltung. Mitten im Tanz sah sie Jesus, von Leiden gezeichnet. Er sagte zu ihr: «Wie lange soll ich noch Geduld mit dir haben, und wie lange wirst du mich noch hinhalten?» Sie verliess den Saal ohne Erklärung und ging zu Fuss zur Kathedrale des heiligen Stanislaus Kostka. Dort warf sie sich vor dem Allerheiligsten nieder und betete. Sie hörte: «Geh sofort nach Warschau. Dort wirst du in ein Kloster eintreten.» Im Tagebuch hielt sie fest: «Ich erhob mich vom Gebet, ging nach Hause und erledigte, was nötig war. Ich verabschiedete mich von meiner Schwester, so gut ich konnte, und kam in Warschau an: mit einem einzigen Kleid und sonst nichts.»

    In Warschau wurde sie von mehreren Gemeinschaften abgewiesen. Die Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit wollte sie nur aufnehmen, wenn sie selbst für ihre Ausstattung aufkam. Deshalb arbeitete sie ein Jahr lang als Dienstmädchen bei Aldona Lipszyc in Ostrówek. Als sie genug verdient hatte, wurde sie im August 1925 aufgenommen. Ihr Noviziat verbrachte sie in Krakau. Am 1. Mai 1933 legte sie mit siebenundzwanzig Jahren ihre ewigen Gelübde ab.

    In den Häusern der Gemeinschaft in Warschau, Vilnius und Krakau arbeitete sie in der Küche, im Garten und an der Pforte. Die Schwestern, die mit ihr lebten, bemerkten nichts Besonderes an ihr. Manche hielten sie für überspannt. Mehrere Beichtväter wiesen ihre Erfahrungen zurück oder gingen nicht darauf ein. Eine Schwester sagte ihr, ihre Visionen seien ein Werk des Teufels. Im Tagebuch schrieb sie: «Die Leiden meiner Seele sind schlimmer als die körperlichen.» Jahrelang fand sie niemanden, der sie ernst nahm.

    Die Barmherzigkeit Gottes

    Aus dem Tagebuch der heiligen Faustina

    Die Barmherzigkeit Gottes

    In den Visionen zwischen 1931 und 1938 offenbarte Jesus Faustina die Mitte der Botschaft, die er der Menschheit anvertrauen wollte.

    Zum Bild

    «Male ein Bild nach dem, was du siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf dich. Ich verspreche, dass die Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht. Ich verspreche ihr schon hier auf Erden den Sieg über ihre Feinde, besonders aber in der Stunde des Todes.» (TB 47–48)

    Täglich vor dem Bild beten und dabei sagen: «Jesus, ich vertraue auf dich.»

    Zum Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes

    «Wer ihn betet, wird in seiner Todesstunde grosse Gnade empfangen. Selbst der verstockteste Sünder wird die Gnade meiner unendlichen Barmherzigkeit empfangen, wenn er ihn auch nur einmal betet.» (TB 687)

    Er wird täglich gebetet, besonders für die Sterbenden.

    Zur Stunde der Barmherzigkeit

    «In dieser Stunde werde ich der Seele nichts versagen, die mich kraft meines Leidens bittet.» (TB 1320)

    Täglich um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu am Kreuz.

    Zum Fest und zur Novene

    «Seelen gehen trotz meines bitteren Leidens verloren. Ich gebe ihnen eine letzte Rettung. Wer nicht durch das Tor meiner Barmherzigkeit geht, muss durch das Tor meiner Gerechtigkeit gehen.» (TB 965)

    Das Fest der Barmherzigkeit Gottes wird am ersten Sonntag nach Ostern gefeiert. Die Novene beginnt am Karfreitag, neun Tage zuvor.

    Zu Gericht und Barmherzigkeit

    «Bevor ich als gerechter Richter komme, komme ich als König der Barmherzigkeit.» (TB 83)

    Wunder und Zeichen

    Zeugnisse des Vertrauens

    Die Heilungen von Maureen Digan und Pater Ronald Pytel wurden vom Heiligen Stuhl im Selig- beziehungsweise Heiligsprechungsverfahren anerkannt. Die übrigen Berichte sind festgehaltene Zeugnisse von Gläubigen.

    Die Heilung Maureen Digans

    Krakau-Łagiewniki, 1981

    Die Heilung Maureen Digans

    Die Amerikanerin Maureen Digan litt an einem Lymphödem, einer schweren und unheilbaren Erkrankung des Lymphsystems. Sie pilgerte nach Krakau und wurde nach dem Gebet am Grab von Schwester Faustina plötzlich und vollständig geheilt. Die medizinischen Gutachter der vatikanischen Kommission stuften die Heilung als medizinisch unerklärlich ein. Das Wunder wurde im Seligsprechungsverfahren anerkannt, das 1993 abgeschlossen wurde.

    Das Gebet für einen sterbenden Sünder

    Vilnius, 1935 (nach dem Tagebuch)

    Das Gebet für einen sterbenden Sünder

    Im September 1935 hielt Schwester Faustina in Vilnius in ihrem Tagebuch fest, sie habe einen inneren Ruf empfangen, für einen schwer sündigen Menschen auf dem Sterbebett zu beten. Sie betete die ganze Nacht und brachte ihr eigenes Leiden dar. Am nächsten Morgen erfuhr sie, dass der Mann mit Gott versöhnt gestorben war: Er hatte nach einem Priester verlangt und die Sakramente empfangen. Faustina verstand diesen Tod als Frucht der Barmherzigkeit Gottes und des fürbittenden Gebets.

    Die Heilung Pater Ronald Pytels

    Baltimore, 1995

    Die Heilung Pater Ronald Pytels

    Der amerikanische Priester Ronald Pytel feierte am 5. Oktober 1995, dem Fest Schwester Faustinas, eine Messe zu Ehren ihrer Seligsprechung. Er litt an einer schweren Herzerkrankung. Sein Kardiologe hatte eine Kardiomyopathie und Herzrhythmusstörungen festgestellt; sein Zustand verschlechterte sich rasch. In den Tagen um diese Messe erholte sich sein Herz auf eine Weise, die sich die Kardiologen nicht erklären konnten. Die Genesung war vollständig und dauerhaft. Das Wunder wurde im Heiligsprechungsverfahren anerkannt, das 2000 abgeschlossen wurde.

    Schutz und Fürsprache

    Patronate

    In der kirchlichen Überlieferung

    • Verehrung der Barmherzigkeit Gottes und Fürsprache für Sünder
    • Menschen, die ohne erkennbare Hoffnung leiden
    • Geistliche Erneuerung und Rückkehr zum Glauben
    Gebet

    Beten mit der heiligen Faustina Kowalska

    Du kannst mit den Worten der Kirche beten.

    Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.

    Du kannst auch schweigen.

    Die Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.

    Sie begleitet dich mit ihrem Gebet und ihrer Fürsprache.

    Der Weg führt immer zu Gott.

    Geistliches Erbe

    Mit eigenen Worten

    Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

    Wallfahrtsorte

    Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes, Krakau

    • Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes, Krakau-Łagiewniki, Polen — hier ruhen Faustinas Reliquien. Das erste Bild des Barmherzigen Jesus wurde ihr 1931 in Płock offenbart. Johannes Paul II. weihte 2002 die neue Basilika in Krakau.
    Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes, Krakau
    Der Weg führt zu Gott

    Faustina ist nicht das Ziel.

    Sie bezeugt eine Barmherzigkeit, deren Tiefe kein Ende kennt.

    «Denn seine Huld währt ewig.» (Ps 136,1; Einheitsübersetzung 2016)

    Heilige Faustina Kowalska

    Jesus, ich vertraue auf dich.

    Tagebuch