Zimmermann, Beschützer der Heiligen Familie, Schutzpatron der Kirche · 1. Jh.
Festtag: 19. März
Zimmermann. Ehemann. Beschützer.
Kein einziger Satz von ihm im Evangelium.
Für alle, die ihre Last im Stillen tragen.

In den Evangelien ist kein einziger gesprochener Satz Josefs überliefert. Er predigte nicht, er schrieb nicht, er hinterliess keinen einzigen Gedanken in Schriftform. Und doch tat er alles: Er nahm Maria zu sich, beschützte Jesus und zog den Sohn Gottes in einer kleinen, unscheinbaren Stadt auf.
Seine Heiligkeit zeigte sich nicht im Sichtbaren. Sie lag in der Werkstatt am Morgen, im nächtlichen Aufbruch nach Ägypten, in einer Stille, die keine Bestätigung suchte. Gott sprach zu ihm in Träumen. Und jedes Mal stand er auf und handelte.
An Josef wendest du dich, wenn du deine Last trägst und niemand fragt, wie es dir geht. Wenn du Tag für Tag arbeitest, ohne Anerkennung zu bekommen. Wenn der Glaube einen Schritt verlangt, für den es weder Beweise noch Garantien gibt. Er weiss besser als jeder andere, was es heisst, eine solche Last zu tragen.
Wähle dein Anliegen. Nimm dir Zeit für das Gebet.
Josef lebte in Nazaret, einer kleinen Stadt in Galiläa. Er war Handwerker; die christliche Überlieferung kennt ihn als Zimmermann. Matthäus stellt ihn als Nachkommen Davids vor und nennt ihn gerecht. Kein Mann im Mittelpunkt. Ein Mensch, der auf Gott hörte und Verantwortung übernahm.
Josef war mit Maria verlobt. Noch bevor sie zusammenlebten, erfuhr er, dass sie ein Kind erwartete. Matthäus erzählt von seinem Entschluss, sich in aller Stille von ihr zu trennen, um sie nicht blosszustellen. Dann begegnete ihm im Traum ein Engel: Er solle sich nicht fürchten, Maria zu sich zu nehmen, denn ihr Kind sei vom Heiligen Geist. Josef stand auf und tat, was ihm aufgetragen worden war. Er nahm Maria zu sich. Und mit ihr ein Leben, das er nicht selbst geplant hatte.
Lukas erzählt, wie Josef mit Maria nach Betlehem zog. Dort wurde Jesus geboren und in eine Krippe gelegt, weil in der Herberge kein Platz für sie war. Matthäus berichtet später von einer neuen Gefahr: Herodes wollte das Kind töten lassen. Wieder wurde Josef im Traum gewarnt. Er nahm das Kind und seine Mutter und brach noch in der Nacht nach Ägypten auf. Er konnte ihnen nicht jede Not ersparen. Aber er brachte sie in Sicherheit.
Nach dem Tod des Herodes kehrte Josef mit seiner Familie zurück. Sie liessen sich in Nazaret nieder. Über ihren Alltag erfahren wir wenig. Wir dürfen uns ein einfaches Leben vorstellen: Arbeit, gemeinsame Mahlzeiten, Gebet. Jesus wuchs in der Obhut Marias und Josefs heran. Auch darin liegt Josefs Grösse: Er war da, verlässlich, Tag für Tag.
Als Jesus zwölf Jahre alt war, pilgerte die Familie zum Paschafest nach Jerusalem. Auf dem Heimweg merkten Maria und Josef, dass er nicht bei der Reisegruppe war. Sie kehrten um und fanden ihn nach drei Tagen im Tempel unter den Lehrern. Seine Antwort auf Marias besorgte Frage verstanden sie zunächst nicht. Lukas erzählt anschliessend, dass Maria all dies in ihrem Herzen bewahrte. Jesus kehrte mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Danach berichten die Evangelien nichts mehr über Josefs weiteres Leben.
Wann und wie Josef starb, wissen wir nicht. Die kirchliche Überlieferung stellt sich seinen Tod in der Nähe Jesu und Marias vor. Deshalb wird er als Patron der Sterbenden und um eine gute Sterbestunde angerufen. Papst Pius IX. erklärte ihn 1870 zum Schutzpatron der gesamten Kirche. Papst Pius XII. führte 1955 den Gedenktag Josef der Arbeiter am 1. Mai ein. Sein Leben erinnert daran, dass auch unscheinbare Arbeit und stille Fürsorge vor Gott kostbar sind.

Ávila, Spanien
Die heilige Teresa von Ávila wurde in ihren Zwanzigern von einer schweren Krankheit getroffen, die sie lähmte. Drei Jahre lang konnte sie nicht gehen. In ihrer Lebensbeschreibung schreibt sie: „Ich erwählte den heiligen Josef zu meinem Fürsprecher und empfahl mich ihm von ganzer Seele an.“ Ihre Heilung war vollständig und dauerhaft. Teresa wurde zu einer der eifrigsten Förderinnen der Josefsverehrung in der Kirche. Sie schrieb: „Ich erinnere mich nicht, ihn je um etwas gebeten zu haben, das er mir nicht gewährt hätte.“ Ihr Zeugnis trug wesentlich dazu bei, die Verehrung des heiligen Josef in der ganzen Kirche zu verbreiten.

Montreal, Kanada – Oratorium des heiligen Josef
Alfred Bessette, der als Bruder den Pfortendienst am Collège Notre-Dame in Montreal versah, begann 1904, Pilger an den heiligen Josef zu verweisen und sie mit Öl aus der Lampe vor dessen Statue zu salben. In den folgenden Jahrzehnten wurden Tausende Heilungen von Lähmungen, körperlichen Fehlbildungen und schweren Krankheiten dokumentiert. Die Pilger hinterliessen Krücken, Rollstühle und Votivtafeln, die noch heute die Wände des Oratoriums bedecken. Bruder André selbst wies jedes Verdienst stets von sich: „Ich heile nicht. Der heilige Josef heilt.“ Er wurde 2010 heiliggesprochen. Papst Johannes Paul II. nannte ihn den „Wundertäter Kanadas“.

Loretto-Kapelle, Santa Fe, New Mexico, USA
Die Schwestern des Loretto-Klosters in Santa Fe beteten eine Novene zum heiligen Josef, weil die Architekten ihnen gesagt hatten, es sei unmöglich, eine Treppe zur Empore zu bauen, ohne eine Stütze einzusetzen, die die ganze Kapelle versperren würde. Am achten Tag der Novene erschien ein geheimnisvoller Zimmermann mit einem Esel und Werkzeug. Er baute eine Wendeltreppe mit zwei vollständigen Windungen, ohne einen einzigen Nagel und ohne sichtbare Stütze in der Mitte. Dann verschwand er, ohne Bezahlung und ohne jemandem seinen Namen zu nennen. Die Schwestern suchten lange nach ihm. Sie fanden ihn nie. Die Treppe steht bis heute in der Kapelle, und Ingenieure können sie noch immer nicht vollständig erklären. Die Schwestern waren stets überzeugt, dass es der heilige Josef gewesen war.
In der kirchlichen Überlieferung
Du kannst mit den Worten der Kirche beten.
Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.
Du kannst auch schweigen.
Der Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.
Er begleitet dich mit seinem Gebet und seiner Fürsprache.
Der Weg führt immer zu Gott.
Mit eigenen Worten
Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

Er ist der Beschützer.
Seine Stille weist auf Jesus hin, den er aufzog, beschützte und losliess.
Auf Christus, der in den vom Handwerk gezeichneten Händen des Zimmermanns aus Nazaret heranwuchs.
„Fürchte dich nicht, Maria zu dir zu nehmen.“
Stimme des Engels