Evangelist und Arzt · 1. Jahrhundert
Festtag: 18. Oktober
Ein Arzt für Menschen, die übersehen werden.
Ein Zeuge der Gnade Gottes.
Fürsprecher der Kranken und Suchenden.

Lukas war kein Jude, kein Apostel und kein Augenzeuge des öffentlichen Wirkens Jesu. Er war Arzt und ein Fremder. Er lernte zuzuhören und sorgfältig festzuhalten, was ihm erzählt wurde.
Ihm verdanken wir das Magnificat, die Gleichnisse vom barmherzigen Samariter und vom verlorenen Sohn sowie die Erzählung vom Weg nach Emmaus. Er blieb bis zuletzt bei Paulus: beim Schiffbruch, im Gefängnis und in dunklen Stunden. Der Überlieferung nach malte er auch ein Bild der Muttergottes.
An ihn kannst du dich wenden, wenn du krank bist und nicht weisst, wohin mit deiner Not. Wenn du dankbar bist und dafür keine Worte findest. Oder wenn du Gott suchst und nicht weisst, wo du anfangen sollst.
Du darfst mit deinen Sorgen vor Gott kommen.
Lukas war Arzt und stammte aus Antiochia in Syrien. Er war griechischer Herkunft, gebildet und ein aufmerksamer Beobachter. Paulus nennt ihn in einem Brief den „geliebten Arzt“ (Kol 4,14). Lukas gehörte nicht zu den Aposteln und war nicht mit Jesus unterwegs gewesen. Doch er hörte den Menschen zu und hielt sorgfältig fest, was sie ihm erzählten. Er selbst schreibt: „Ich bin allem von Anfang an genau nachgegangen“ (Lk 1,3). Daraus entstanden das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte, die zusammen fast ein Drittel des Neuen Testaments ausmachen.
Um das Jahr 50 schloss sich Lukas in Troas Paulus an und blieb ihm von da an verbunden. Gemeinsam führte sie ihr Weg durch Makedonien, Korinth und Jerusalem. Auf der Fahrt nach Rom erlitten sie Schiffbruch. Als Paulus im Gefängnis sass und seine letzten Briefe schrieb, hielt er fest: „Nur Lukas ist noch bei mir“ (2 Tim 4,11). In diesem einen Satz liegt das Zeugnis seiner Treue.
Nur das Lukasevangelium überliefert das Magnificat, Marias Lobgesang, den die Kirche seit fünfzehn Jahrhunderten täglich betet. Nur Lukas erzählt vom verlorenen Sohn, vom barmherzigen Samariter und vom Weg nach Emmaus. In seinem Evangelium wendet sich Gott immer wieder Menschen zu, die andere übersehen: den Kranken, den Fremden, den Frauen und den Armen. Darin zeigt sich, wie Lukas auf die Welt blickte.
Neben seinen Worten ist auch eine bildliche Überlieferung mit ihm verbunden. Seit dem sechsten Jahrhundert wird erzählt, Lukas habe die erste Ikone der Muttergottes gemalt. Zahlreiche als wundertätig verehrte Marienikonen in Ost und West werden auf dieses Urbild zurückgeführt. Beweisen lässt sich das nicht. Doch die Überlieferung schreibt dieses Bild gerade dem Mann zu, der das Leben Jesu auch mit Worten so aufmerksam festhielt.
Der Überlieferung nach starb Lukas in Griechenland im hohen Alter von 84 Jahren. Seine Reliquien wurden 357 nach Konstantinopel gebracht und werden heute in der Basilika Santa Giustina in Padua aufbewahrt. Die Schädelreliquie gelangte 1354 aus Padua nach Prag. Wissenschaftliche Untersuchungen, deren Ergebnisse 2000 vorgestellt und deren genetische Befunde 2001 veröffentlicht wurden, ergaben Hinweise, die mit der Überlieferung vereinbar sind. Sie beweisen jedoch nicht, dass die Gebeine tatsächlich dem Evangelisten gehören. Die Erinnerung an den Menschen, der zuhörte, schrieb und treu an der Seite anderer blieb, lebt bis heute weiter.

Antiochia / Jerusalem, 1. Jahrhundert
Eine seit dem sechsten Jahrhundert belegte Überlieferung schreibt Lukas das erste Bild der Jungfrau Maria zu, die Hodegetria. Diese Ikone wurde in Konstantinopel aufbewahrt und als Schutz der Stadt verehrt. Viele Marienikonen der orthodoxen und katholischen Tradition werden auf das Urbild des Lukas zurückgeführt. Aufgrund dieser Überlieferung wird er als Patron der Maler und aller verehrt, die Gott durch die Schönheit dienen.

Malta, um 60
Auf der Fahrt nach Rom geriet das Schiff, auf dem Lukas mit Paulus und 276 Reisenden unterwegs war, in einen Sturm, der zwei Wochen anhielt. Alle überlebten. Lukas war dabei und schilderte das Geschehen ausführlich in der Apostelgeschichte (Apg 27). Schon die Zeitgenossen und später die Überlieferung verstanden die Rettung unter solchen Umständen als Zeichen dafür, dass Gott die Missionsreise des Paulus beschützte.

Malta, um 60
Nach dem Schiffbruch auf Malta heilte Paulus den Vater des angesehenen Inselbewohners Publius, der an Fieber und Ruhr litt. Daraufhin brachten die Menschen auch die anderen Kranken der Insel zu ihm, und sie wurden geheilt (Apg 28,7–10). Lukas war als Arzt Zeuge dieser Heilungen und hielt sie schriftlich fest. Seine Anwesenheit und seine medizinische Ausbildung geben seinem Zeugnis eine besondere Bedeutung: Er begleitete das Geschehen und verstand, was er sah.
In der kirchlichen Überlieferung
Du kannst mit den Worten der Kirche beten.
Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.
Du kannst auch schweigen.
Der Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.
Er begleitet dich mit seinem Gebet und seiner Fürsprache.
Der Weg führt immer zu Gott.
Mit eigenen Worten
Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

Er erzählt und gibt Zeugnis.
Sein Evangelium führt zu Jesus Christus.
Mit Christus führt unser Weg im Heiligen Geist zum Vater.
„Gott, mein Retter.“
Aus dem Lukasevangelium