Heiliger Erzengel Michael

    Erzengel, Anführer der himmlischen Heerscharen ·

    Festtag: 29. September

    Wer ist wie Gott?

    Anführer der himmlischen Heerscharen.

    Für Menschen, die kämpfen und Schutz suchen.

    Warum du dich an ihn wenden kannst

    Der Erzengel, der vor Gott steht

    Michael ist kein Mensch, sondern ein Erzengel: einer der himmlischen Fürsten, die vor Gott stehen und gegen das Böse kämpfen. Sein Name bedeutet „Wer ist wie Gott?“ — ein Kampfruf, der vom Buch Daniel bis zur Offenbarung durch die Heilige Schrift klingt.

    Michael bietet keinen Trost im gewöhnlichen Sinn. Bei ihm finden wir etwas Klareres: eine Haltung, die standhält. Die Bereitschaft zum Kampf. Einen Beistand, der nicht weicht.

    An ihn wenden sich Menschen, die Angst haben, sich von innen oder aussen angegriffen fühlen oder Schutz für sich und ihre Lieben suchen.

    Anliegen

    Wann du dich an ihn wenden kannst

    Du darfst mit deinen Sorgen vor Gott kommen.

    Heilige Schrift

    Michael in der Heiligen Schrift

    Der Erzengel Michael ist keine menschliche Gestalt der Geschichte. Er ist ein geistiges Wesen, ein Engel, der in der Heiligen Schrift als himmlische Kraft an der Seite des Volkes Gottes erscheint.

    Im Buch Daniel (Dan 10,13.21; 12,1) wird Michael „einer der ersten Fürsten“ und „der grosse Fürst, der dein Volk beschützt“ genannt. In einer Zeit der Bedrängnis tritt er als Beschützer Israels auf: als Engel, der auf der Seite des Volkes Gottes kämpft.

    Der Judasbrief (Jud 9) berichtet vom Streit zwischen Michael und dem Teufel um den Leib des Mose. Michael weist den Satan nicht aus eigener Macht zurecht, sondern verweist ihn auf Gott: „Der Herr weise dich zurecht!“

    In der Offenbarung des Johannes (Offb 12,7–9) führt Michael die himmlischen Heere im Kampf gegen den Drachen: „Im Himmel entbrannte ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie hielten nicht stand.“ Dieser Text prägt das Bild Michaels als Heerführer, der dem Bösen entgegentritt.

    Wunder und Zeichen

    Zeugnisse des Vertrauens

    Der Erzengel erscheint an entscheidenden Stellen der Heiligen Schrift als Beschützer und Heerführer.

    Die Erscheinung am Gargano und die Gründung des Heiligtums

    Monte Sant’Angelo, Gargano, Italien, 490

    Die Erscheinung am Gargano und die Gründung des Heiligtums

    Nach der Überlieferung verlor um das Jahr 490 ein Adliger aus der Gegend von Siponto einen Stier. Man fand das Tier am Eingang einer Höhle auf dem Gargano. Als der Mann einen Pfeil darauf abschoss, kehrte dieser um und traf ihn selbst. Bischof Lorenzo von Siponto wusste das seltsame Zeichen zunächst nicht zu deuten. Drei Tage lang fastete und betete er. Da erschien ihm der Erzengel Michael und sagte: „Dieser Ort ist mir heilig. Ich habe ihn erwählt, er ist mein Werk. Wo der Fels sich öffnet, werden Sünden vergeben.“ Papst Gelasius I. bestätigte die Erscheinung. So entstand das Heiligtum Monte Sant’Angelo, das älteste Michaelsheiligtum des Abendlandes, zu dem seit dem 6. Jahrhundert bis heute Menschen pilgern.

    Die Erscheinung vor Bischof Aubert und der Bau des Mont Saint-Michel

    Normandie, Frankreich, 708

    Die Erscheinung vor Bischof Aubert und der Bau des Mont Saint-Michel

    Nach der Überlieferung erschien der Erzengel Michael Bischof Aubert von Avranches dreimal und trug ihm auf, auf einem Felsen im Meer ein Heiligtum zu seinen Ehren zu errichten. Auch nach der ersten und zweiten Erscheinung zögerte Aubert. Beim dritten Mal drückte Michael seinen Finger in den Schädel des Bischofs und hinterliess eine Vertiefung als unauslöschliches Zeichen. Dieser Schädel wird bis heute in der Kirche Saint-Gervais in Avranches aufbewahrt. 708 liess Aubert ein Oratorium bauen. Spätere Generationen erweiterten es zur Benediktinerabtei, die zu einem der meistbesuchten Wallfahrtsorte Europas wurde und heute zum UNESCO-Welterbe gehört.

    Ein Zeugnis aus Cusco — Schutz in Zeiten der Zerstörung

    Cusco, Peru, 16. Jahrhundert

    Ein Zeugnis aus Cusco — Schutz in Zeiten der Zerstörung

    Sowohl die Eroberer als auch die zum Christentum übergetretenen Indigenen schrieben dem himmlischen Heerführer Schutz in Kriegen, Epidemien und Erdbeben zu, die dieses unruhige Jahrhundert prägten. Sinnbild dafür ist die 1536 auf dem Gelände des Suntur Wasi errichtete Kirche El Triunfo: ein Ort, an dem zwei Welten aufeinandertreffen und das Christentum auf lateinamerikanischem Boden Wurzeln fasste. Die örtliche Überlieferung bewahrt Zeugnisse von Michaels Schutz für die Gläubigen, die sich in Zeiten der Gefahr an ihn wandten.

    Schutz und Fürsprache

    Patronate

    In der kirchlichen Überlieferung

    • Schutz vor dem Bösen und Beistand im geistlichen Kampf
    • Soldaten und Polizei
    • Krankenhäuser und kranke Menschen
    • Kirche und Volk Gottes
    • Sterbende und Seelen vor Gottes Gericht
    Gebet

    Beten mit dem heiligen Erzengel Michael

    Du kannst mit den Worten der Kirche beten.

    Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.

    Du kannst auch schweigen.

    Der Engel nimmt nicht Gottes Platz ein.

    Er begleitet dich mit seinem Gebet und seiner Fürsprache.

    Der Weg führt immer zu Gott.

    Geistliches Erbe
    Wallfahrtsorte

    Mont Saint-Michel und Monte Sant’Angelo

    • Mont Saint-Michel, Normandie, Frankreich — die Benediktinerabtei auf dem Felsen ist mit der Überlieferung von Michaels Erscheinung verbunden; Wallfahrtsort seit dem frühen Mittelalter.
    • Monte Sant’Angelo, Halbinsel Gargano, Italien — die Höhle ist mit der Überlieferung von Michaels Erscheinung verbunden; Wallfahrtsort seit dem frühen Mittelalter.
    Mont Saint-Michel und Monte Sant’Angelo
    Der Weg führt zu Gott

    Bei Michael endet der Weg nicht.

    Er steht vor Gott und verteidigt die Menschen, die sich an ihn wenden.

    Sein Kampf weist auf Jesus Christus hin, in dem der Sieg bereits errungen ist.

    Mit Christus führt der Weg uns im Heiligen Geist zum Vater.

    Buch Daniel

    Wer ist wie Gott?

    Der Name des Erzengels Michael: ein Kampfruf und eine Frage, auf die es keine Antwort gibt.