Heiliger Nikolaus

    Bischof und Schutzpatron der Kinder · um 270–343

    Festtag: 6. Dezember

    Ein stiller Schenker.

    Fürsprecher der Schwachen und Notleidenden.

    Schutzpatron der Kinder und Reisenden.

    Warum du dich an ihn wenden kannst

    Ein Bischof, der im Verborgenen schenkt

    Nikolaus ist nicht durch Reden oder Schriften bekannt geworden. Man erinnert sich an ihn, weil er im Stillen gab, ohne Dank zu erwarten.

    Die Geschichte von den drei Töchtern eines verarmten Vaters wurde zum Sinnbild der Barmherzigkeit. Sie sahen ihn nicht, und er erwartete keine Gegenleistung. Er hinterliess sein Geschenk und verschwand im Dunkeln.

    An ihn wenden sich Menschen in einer konkreten Not: wenn das Geld fehlt, wenn sie sich um ihre Kinder sorgen oder unterwegs in Gefahr sind. Denn Nikolaus wartete nicht, bis man ihn bat. Er sah, was gebraucht wurde, und gab.

    Anliegen

    Wann du dich an ihn wenden kannst

    Du musst deine Last nicht allein tragen.

    Lebensgeschichte

    Leben des Heiligen

    Der heilige Nikolaus wurde um das Jahr 270 in Patara geboren, einer Stadt an der Mittelmeerküste Lykiens in der heutigen Türkei. Er war das einzige Kind wohlhabender, gläubiger Eltern. Schon früh wandte er sich dem Gebet, dem Fasten und der Sorge für die Armen zu. Diese Haltung prägte sein ganzes Leben.

    Als seine Eltern starben — der Überlieferung nach an der Pest —, erbte Nikolaus ein beträchtliches Vermögen. Er behielt es nicht für sich, sondern begann, es unter den Armen zu verteilen. Zu den ersten bekannten Erzählungen gehört die Geschichte eines verarmten Adligen, der für seine drei Töchter keine Mitgift aufbringen konnte. Dreimal warf Nikolaus nachts heimlich einen Beutel mit Goldmünzen durch das Fenster ihres Hauses. Beim dritten Mal überraschte ihn der Vater. Nikolaus bat ihn, niemandem davon zu erzählen.

    Nach einer kurzen Zeit des zurückgezogenen Gebetslebens pilgerte er ins Heilige Land. Bei seiner Rückkehr suchten der Klerus und die Bevölkerung von Myra einen neuen Bischof. Nach der Überlieferung empfing einer der Bischöfe die Eingebung: Wer am Morgen als Erster zum Gebet in die Kathedrale komme, sei von Gott erwählt. Es war Nikolaus. Ohne Zögern nahm er den Dienst an, ohne nach Ehren zu streben. Als Bischof von Myra kümmerte er sich um die konkreten Nöte der Menschen. Er gab den Hungernden zu essen, half Verschuldeten und trat bei den Behörden für Unschuldige ein.

    Während der diokletianischen Verfolgung von 303 bis 311, dem letzten grossen Angriff auf die Christen im Römischen Reich, wurde Nikolaus mit anderen Bischöfen verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Die Haft brach ihn nicht. Er ermutigte seine Brüder weiterhin im Glauben. Als die Mailänder Vereinbarung 313 die Freiheit brachte, kehrte er nach Myra zurück.

    Wunder und Zeichen

    Zeugnisse des Vertrauens

    Aus der hagiografischen Überlieferung, getragen von der Verehrung in der Kirche des Ostens und des Westens seit dem 4. Jahrhundert.

    Drei Beutel Gold

    Patara, um 300

    Drei Beutel Gold

    Ein verarmter Adliger hatte drei Töchter, denen er keine Mitgift geben konnte. In der damaligen Gesellschaft drohte den Mädchen damit beinahe unweigerlich der soziale Untergang. Als Nikolaus davon erfuhr, ging er nachts, während die Familie schlief, leise zum Haus und warf Beutel voller Goldmünzen durch das Fenster — für jede Tochter einen. Beim dritten Mal blieb der Vater wach und überraschte ihn. Nikolaus bat ihn, darüber zu schweigen. Die Geschichte prägt sein Bild als stiller Schenker: Wer Gutes tut, verlangt dafür weder Dank noch Anerkennung. Aus dieser Überlieferung entwickelte sich auch der Brauch, Kindern am Nikolaustag Geschenke zu machen.

    Die Rettung dreier Unschuldiger

    Myra, um 333

    Die Rettung dreier Unschuldiger

    Drei Bürger waren aufgrund falscher Anschuldigungen zum Tod verurteilt worden. Der Statthalter der Stadt, Eustathios, hatte sich bestechen lassen und weigerte sich, den Fall zu untersuchen. Nikolaus griff unmittelbar ein. Er betrat den Gerichtssaal, hielt den Henker auf und konfrontierte den Statthalter mit der Wahrheit. Die Männer wurden freigelassen, und der Statthalter bereute sein Handeln. Das Geschehen wurde in die frühen Heiligenerzählungen aufgenommen und auf Fresken und in der kirchlichen Bildkunst dargestellt. Es bezeugt Nikolaus’ Fürsprache für alle, die Unrecht erleiden und vor den Mächtigen keine Stimme haben.

    Der gestillte Sturm

    Mittelmeer, nach der Überlieferung

    Der gestillte Sturm

    Seeleute gerieten auf dem Mittelmeer in einen furchtbaren Sturm. Ihr Schiff drohte zu sinken, und die Besatzung verlor alle Hoffnung. In ihrer Verzweiflung riefen sie Bischof Nikolaus an, den sie als Beschützer der Seeleute kannten. Nach der Überlieferung erschien er auf dem Schiff, stillte den Sturm und führte sie sicher in den Hafen. Als sie in Myra an Land gingen, erkannten sie ihn in der Kirche wieder: Es war derselbe Mann, den sie auf dem Meer angerufen hatten. Er sagte ihnen, sie sollten Gott danken. Diese Überlieferung begründet seine besondere Verehrung unter Seeleuten, Fischern und Reisenden, die das ganze Mittelalter hindurch bis heute fortbesteht.

    Schutz und Fürsprache

    Patronate

    In der kirchlichen Überlieferung

    • Kinder und Menschen in Not
    • Arme und Menschen in finanzieller Not
    • Seeleute, Fischer und Reisende
    • unschuldig Verurteilte und Gefangene
    • Mädchen ohne Mitgift und junge Ehepaare
    Gebet

    Beten mit dem heiligen Nikolaus

    Du kannst mit den Worten der Kirche beten.

    Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.

    Du kannst auch schweigen.

    Der Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.

    Er begleitet dich mit seinem Gebet und seiner Fürsprache.

    Der Weg führt immer zu Gott.

    Geistliches Erbe

    Mit eigenen Worten

    Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

    Wallfahrtsorte

    Die Basilika San Nicola in Bari

    • Basilika San Nicola, Bari, Italien — seit 1087 werden hier Nikolaus’ Reliquien aufbewahrt. Eines der wichtigsten Wallfahrtsziele der christlichen Welt, das auch orthodoxen Gläubigen offensteht.
    • Myra, heute Demre in der Türkei — die Stadt, in der Nikolaus Bischof war; ein überliefertes Wallfahrtsziel.
    Die Basilika San Nicola in Bari
    Der Weg führt zu Gott

    Nikolaus ist nicht das Ziel.

    Er begleitet Menschen in konkreter Not.

    Sein Leben weist auf Jesus Christus hin, der gesagt hat: «Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut» (Mt 6,3; Einheitsübersetzung 2016).

    Mit Christus führt es uns im Heiligen Geist zum Vater.

    Heiliger Nikolaus von Myra

    Wer im Verborgenen gibt, sucht keinen Dank. Er sucht Gott.

    Überlieferung