Heiliger Peregrin Laziosi

    Servitenbruder und Schutzpatron der Krebskranken · 1260–1345

    Festtag: 1. Mai

    Die Nacht vor der Amputation.

    Ein Schlag, mit dem sein Weg zur Heiligkeit begann.

    Für Menschen, die auf einen Befund warten.

    Warum du dich an ihn wenden kannst

    Eine schwere Diagnose.

    Peregrin wusste, was es heisst, auf eine Operation zu warten. Er kannte die Nacht vor einer Amputation. Er verbrachte sie im Gebet.

    An ihn wenden sich Menschen, die gerade eine Diagnose erhalten haben. Die auf einen Befund warten. Die sich fragen, warum es ausgerechnet sie trifft und ob sie die Behandlung überleben werden.

    Er hat keine Heilung versprochen. Aber er weiss, wie eine solche Nacht ist. Er hat sie selbst durchlebt: voller Angst und Schmerzen, allein mit Gott. Und Gott schwieg nicht.

    Anliegen

    Wann du dich an ihn wenden kannst

    Du musst deine Last nicht allein tragen.

    Lebensgeschichte

    Leben des Heiligen

    Peregrin Laziosi wurde um 1260 in Forlì in Norditalien geboren. In der Stadt stritten Anhänger und Gegner des Papstes um die Macht. Als junger Mann war Peregrin ein politisch aktiver, erbitterter Gegner des Papstes. Er betrachtete die Kirche als Feind und schreckte vor keinem Mittel zurück.

    1283 kam Philipp Benizi, der damalige Generalprior des Servitenordens, nach Forlì. Er wollte vermitteln und die Spannungen entschärfen. Peregrin griff ihn öffentlich an und schlug ihm ins Gesicht. Philipp blieb stehen. Er sah ihn ohne Zorn an und schwieg. Mit jeder Reaktion hatte Peregrin gerechnet, nur nicht mit dieser stillen, freundlichen Güte, die er nicht verdient hatte. In jener Nacht konnte er nicht schlafen. Er betete vor einem Bild der Muttergottes. Dort erlebte er der Überlieferung nach einen inneren Zusammenbruch und eine Umkehr, die alles veränderte.

    Am nächsten Tag kehrte Peregrin zu Philipp zurück und bat ihn um Vergebung. Bald darauf trat er in Siena in den Servitenorden ein. Später kehrte er nach Forlì zurück, wo er als Ordensmann und Priester lebte. Bekannt wurde er für seine strenge Busse: Dreissig Jahre lang blieb er so lange wie möglich auf den Beinen und setzte sich nur, wenn es nötig war. Er stand bei der Liturgie, bei der Beichte und im Dienst an den Kranken und Armen. Die Menschen in der Stadt kannten ihn.

    Um 1310 bildete sich an seinem rechten Bein ein Tumor. Die Ärzte stellten eine sarkomartige Geschwulst fest, die sein Leben bedrohte. Eine Amputation wurde vereinbart. Die Nacht vor dem Eingriff verbrachte Peregrin im Gebet vor Fresken des gekreuzigten Christus in der Klosterkapelle. Einem späteren Zeugnis zufolge sah er in einer Vision, wie Christus vom Kreuz herabstieg und sein Bein berührte. Als der Arzt ihn am nächsten Morgen untersuchte, fand er keine Spur der Krankheit mehr. Die Amputation wurde abgesagt.

    Wunder und Zeichen

    Zeugnisse des Vertrauens

    Im Verfahren zur Selig- und Heiligsprechung Peregrins prüfte die Kirche konkrete Heilungen. Besonders gut dokumentiert ist seine eigene Heilung, die er selbst erlebte und die seine Gemeinschaft festhielt.

    Die wunderbare Heilung seines Beines

    Forlì, um 1320

    Die wunderbare Heilung seines Beines

    An Peregrins rechtem Bein bildete sich eine sarkomartige Geschwulst, die die Haut durchbrach und sich entzündete. Die Beschreibung passt zu dem, was heute als Osteosarkom bezeichnet wird. Die Ärzte setzten eine Amputation an. In der Nacht vor dem Eingriff betete Peregrin vor den Fresken des gekreuzigten Christus in der Klosterkapelle. Nach den im Seligsprechungsverfahren gesammelten Zeugnissen sah er in einer Vision Christus vom Kreuz herabsteigen und sein Bein berühren. Am nächsten Morgen fand der Arzt keine Spur der Krankheit mehr. Die Amputation wurde abgesagt. Das Geschehen, das durch die Zeugnisse der Gemeinschaft und durch medizinische Kommissionen der Kirche bestätigt wurde, spielte bei der Heiligsprechung eine entscheidende Rolle.

    Pater Isidor Costa, Jesuit: Ein Tumor am Bein

    Barcelona, vor 1726

    Pater Isidor Costa, Jesuit: Ein Tumor am Bein

    Pater Isidor Costa, Rektor des Jesuitenseminars in Barcelona, litt an einem schmerzhaften Krebstumor am Bein. Die Ärzte hielten seinen Fall für aussichtslos. Nachdem er sich im Gebet vertrauensvoll an den heiligen Peregrin gewandt hatte, verschwanden die Schmerzen und die Wunde heilte. Pater Costa legte vor den kirchlichen Behörden unter Eid Zeugnis ab. Seine Aussage gehört zu den Akten des Heiligsprechungsverfahrens unter Benedikt XIII. von 1726.

    Mehr als 300 bestätigte Heilungen in einer Stadt

    Città di Castello, 1694–1726

    Mehr als 300 bestätigte Heilungen in einer Stadt

    Die kirchlichen Behörden von Città di Castello bestätigten mehr als 300 Heilungen, die der Fürsprache des heiligen Peregrin zugeschrieben wurden: in einem Zeitraum von nur 32 Jahren, von 1694 bis 1726. Die Fälle umfassten Krebs, brandige Wunden und andere schwere Krankheiten. Die Unterlagen aus dieser einen Stadt wurden zu einer der Grundlagen des Heiligsprechungsverfahrens. Papst Benedikt XIII. sprach Peregrin 1726 heilig.

    Schutz und Fürsprache

    Patronate

    In der kirchlichen Überlieferung

    • Krebskranke
    • Alle Schwerkranken
    • Menschen, die auf eine Operation warten
    • Forlì in Italien
    • Der Servitenorden
    Gebet

    Beten mit dem heiligen Peregrin Laziosi

    Du kannst mit den Worten der Kirche beten.

    Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.

    Du kannst auch schweigen.

    Der Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.

    Er begleitet dich mit seinem Gebet und seiner Fürsprache.

    Der Weg führt immer zu Gott.

    Geistliches Erbe

    Mit eigenen Worten

    Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

    Wallfahrtsorte

    Forlì – Kapelle und Reliquien

    • Basilika des heiligen Peregrin Laziosi, Forlì — Die Servitenkirche, in der Peregrin lebte und starb. In einer eigenen Kapelle ist sein unverwester Leib zu sehen. Jedes Jahr am 1. Mai kommen Pilger mit Krebs und anderen schweren Krankheiten hierher.
    • Heiligtum des heiligen Peregrin, Chicago, USA — Der grösste ihm gewidmete Wallfahrtsort ausserhalb Italiens, mit Tausenden von Heilungszeugnissen.
    Forlì – Kapelle und Reliquien
    Der Weg führt zu Gott

    Peregrin ist nicht das Ziel.

    Er ist ein Weggefährte im Schmerz.

    Seine Nacht vor dem Kreuz weist auf Christus hin, der selbst weiss, was Leiden bedeutet.

    Mit Christus führt dieser Weg im Heiligen Geist zum Vater.

    Servitische Überlieferung, Forlì

    „In jener Nacht vor der Operation habe ich verstanden: Leiden ist keine Strafe. Es kann zu einer Begegnung werden.“

    Die Nacht, in der sein Leben eine andere Richtung nahm.