Heiliger Valentin

    Priester und Märtyrer · † um 269

    Festtag: 14. Februar

    Er traute Paare in einer Zeit der Verfolgung.

    Für die Liebe gab er sein Leben.

    Schutzpatron der Liebenden.

    Warum du dich an ihn wenden kannst

    Lieben. Bis zuletzt.

    Valentin war kein Romantiker. Er war Priester in Rom unter Kaiser Claudius II. Dieser hatte Soldaten das Heiraten verboten, weil er glaubte, unverheiratete Männer kämpften besser. Valentin hielt sich nicht an das Verbot. Er traute weiterhin heimlich Paare, denn für ihn hing die Liebe zwischen Mann und Frau nicht von einem kaiserlichen Erlass ab. Als man ihn festnahm, leugnete er nichts.

    Im Gefängnis forderte man ihn auf, seinem Glauben abzuschwören. Er weigerte sich. Stattdessen sprach er mit seinem Gefängniswärter über das Christentum, heilte dessen blinde Tochter, und die ganze Hausgemeinschaft bekehrte sich. Am Tag seiner Hinrichtung schrieb er dem Mädchen einen Abschiedsgruss und unterzeichnete ihn mit den Worten: „Von deinem Valentin.“ Er dachte an andere, im Gefängnis ebenso wie auf dem Weg zur Hinrichtung.

    An ihn wenden sich Menschen, die um Fürsprache für ihre Liebe und ihre Ehe bitten, vor einer schwierigen Lebensentscheidung stehen oder sich nach einer Liebe sehnen, die über das Gefühl hinausgeht und treu bleibt.

    Anliegen

    Wann du dich an ihn wenden kannst

    Wähle das Anliegen, das dich heute bewegt.

    Lebensgeschichte

    Leben des Heiligen

    Valentin war Priester in Rom zur Zeit des Kaisers Claudius II. Gothicus, der von 268 bis 270 regierte. Der Kaiser verbot jungen Männern zu heiraten. Er war überzeugt, verheiratete Soldaten kämpften schlechter, weil die Trennung von ihren Familien ihre Kampfbereitschaft schwäche. Valentin hielt sich nicht an diesen Befehl. Heimlich traute er christliche Paare, obwohl er wusste, dass ihn dies die Freiheit und schliesslich das Leben kosten konnte. Schon im vierten Jahrhundert verehrten die Christen in Rom einen Märtyrer namens Valentinus. Über seinem Grab an der Via Flaminia entstand eine Basilika, deren Überreste archäologisch nachgewiesen sind.

    Man führte Valentin vor den Kaiser und klagte ihn an, Christen versteckt und entgegen dem kaiserlichen Erlass Trauungen vollzogen zu haben. Claudius schätzte ihn zunächst als gebildeten, ruhigen und höflichen Mann. Er versuchte, ihn dazu zu bewegen, Christus abzuschwören und die römischen Götter anzunehmen. Valentin weigerte sich und wurde zum Tod verurteilt. Die Legenda aurea des Jacobus de Voragine, entstanden um 1260, erzählt, dass der Gefängniswärter Asterius seine Adoptivtochter zu Valentin brachte, während dieser auf seine Hinrichtung wartete. Sie war seit ihrer Kindheit blind. Asterius wollte ihn auf die Probe stellen: Wenn sein Gott etwas vermöge, solle er sie heilen. Valentin legte seine Hände auf ihre Augen und betete. Das Mädchen konnte wieder sehen. Asterius und seine ganze Hausgemeinschaft von 44 Menschen bekehrten sich.

    Die Überlieferung erzählt auch, Valentin habe während seiner Gefangenschaft den Sohn des heidnischen Rhetors und Philosophen Kraton geheilt. Der Junge namens Cheremon litt an einer schweren Verkrümmung der Wirbelsäule. Sein Körper war so gebeugt, dass sein Kopf fast bis zu den Knien hinabhing. Kein Arzt in Rom konnte ihm helfen. Valentin betete die ganze Nacht über dem Jungen. Am Morgen konnte dieser sich wieder vollständig aufrichten. Kraton, seine Familie und die drei griechischen Studenten Proculus, Ephebus und Apollonius liessen sich taufen. Daraufhin brachten die Behörden Valentin vor Gericht. Eine Trauung, ein geheilter Junge, eine Hausgemeinschaft, deren Mitglieder gezählt waren: Für die Ratgeber des Kaisers war es genug.

    Am Tag seiner Hinrichtung, dem 14. Februar um das Jahr 269, schrieb Valentin der Tochter des Asterius einen Abschiedsgruss und unterzeichnete ihn mit den Worten „Von deinem Valentin.“ Vor der Porta Flaminia wurde er enthauptet. Geoffrey Chaucer stellte 1382 in seinem Werk Parliament of Fowls erstmals einen eindeutig belegten Zusammenhang zwischen Valentins Gedenktag und der Liebe her: „Am Tag des heiligen Valentin, wenn jeder Vogel seinen Partner wählt.“ Bis zum 18. Jahrhundert hatte sich der Austausch von Liebesbotschaften in ganz Europa als fester Brauch etabliert.

    Wunder und Zeichen

    Zeugnisse des Vertrauens

    Die Heilung des Cheremon von einer schweren Wirbelsäulenverkrümmung

    Rom, um 269

    Die Heilung des Cheremon von einer schweren Wirbelsäulenverkrümmung

    Nach der Passion des heiligen Valentin von Terni wurde Valentin auf Bitten des heidnischen Rhetors und Philosophen Kraton nach Rom gebracht. Dessen Sohn Cheremon litt an einer schweren Verkrümmung der Wirbelsäule. Sein Körper war so gebeugt, dass sein Kopf fast bis zu den Knien hinabhing. Kein Arzt konnte ihm helfen. Valentin betete die ganze Nacht über dem Jungen. Am Morgen war er vollständig geheilt. Kraton, seine Familie und die drei griechischen Studenten Proculus, Ephebus und Apollonius liessen sich taufen. In den Lebensbeschreibungen Valentins ist dies das früheste und am ausführlichsten bezeugte Wunder.

    Die Heilung der blinden Tochter des Asterius

    Rom, um 269

    Die Heilung der blinden Tochter des Asterius

    Während Valentin auf seine Hinrichtung wartete, war er der Obhut des Richters Asterius anvertraut. Um seinen Glauben auf die Probe zu stellen, brachte Asterius seine Adoptivtochter zu ihm, die seit ihrem zweiten Lebensjahr blind war. Valentin legte seine Hände auf ihre Augen und betete. Sie konnte wieder sehen. Asterius bekehrte sich mit seiner ganzen Hausgemeinschaft von 44 Menschen, liess alle christlichen Gefangenen frei, die ihm unterstanden, und empfing die Taufe. Das Wunder ist in der Legenda aurea um 1260 und in der Schedelschen Weltchronik von 1493 überliefert. Es steht im Mittelpunkt der römischen Valentinstradition.

    Die Reliquien in Rom: Gehirn und Schädel

    Santa Maria in Cosmedin, Rom

    Die Reliquien in Rom: Gehirn und Schädel

    Die Basilika Santa Maria in Cosmedin in Rom bewahrt eine Reliquie auf, die als Valentins blumenbekränzter Schädel verehrt wird. Am 14. Februar pilgern Gläubige aus Rom dorthin. Unter Papst Nikolaus IV., der von 1288 bis 1292 amtierte, wurden Valentins Reliquien aus den Katakomben an der Via Flaminia in die römische Kirche Santa Prassede übertragen. An der Via Flaminia haben Ausgrabungen die alte Basilika über seinem Grab bestätigt. Im Zusammenhang mit der Übertragung wurden Heilungen von Gläubigen berichtet, die an der Prozession teilgenommen hatten.

    Schutz und Fürsprache

    Patronate

    In der kirchlichen Überlieferung

    • Liebende und Verlobte
    • Ehepaare
    • Menschen mit Epilepsie
    • Imker
    • Pilger
    Gebet

    Beten mit dem heiligen Valentin

    Du kannst mit den Worten der Kirche beten.

    Du kannst mit deinen eigenen Worten sprechen.

    Du kannst auch schweigen.

    Der Heilige nimmt nicht Gottes Platz ein.

    Er begleitet dich mit seinem Gebet und seiner Fürsprache.

    Der Weg führt immer zu Gott.

    Geistliches Erbe

    Mit eigenen Worten

    Hier kannst du Jesus sagen, was dich bewegt: ganz frei, mit deinen eigenen Worten und ohne vorgegebenen Text.

    Wallfahrtsorte

    Die Valentinsbasilika in Terni

    • Basilika des heiligen Valentin, Terni, Italien — über dem überlieferten Ort seines Grabes erbaut. Seit 1696 befinden sich die Reliquien unter dem Hochaltar. Am 14. Februar werden hier jedes Jahr Verlobte gesegnet.
    • Santa Maria in Cosmedin, Rom — hier wird eine Schädelreliquie des heiligen Valentin aufbewahrt.
    • Whitefriar Street Church, Dublin — die Reliquie wurde 1836 von Papst Gregor XVI. geschenkt. Dies ist die meistbesuchte Wallfahrtsstätte mit Valentinsreliquien im englischen Sprachraum.
    Die Valentinsbasilika in Terni
    Der Weg führt zu Gott

    Valentin ist nicht das Ziel.

    Er gibt Zeugnis.

    Er zeigt, dass die Liebe, der wir uns anvertrauen können,

    von Gott kommt und zu ihm zurückführt.

    Heiliger Valentin

    „Von deinem Valentin.“

    Abschiedsgruss an die Tochter des Asterius, 14. Februar um 269.