Die Novene wird neun Tage hintereinander gebetet. Sie kann als Vorbereitung auf das Fest des Heiligen oder in einem persönlichen Anliegen gebetet werden.
Jeder Tag dieser Novene enthält eine kurze Betrachtung. In der christlichen Tradition ist das keine Entspannungstechnik, sondern ein stilles, bewusstes Nachdenken über eine Wahrheit des Glaubens. Lies langsam, halte inne und lass dich von den Worten berühren. Es geht nicht darum, ein Ergebnis zu finden, sondern Gott zu begegnen.
Die Betrachtungen dieser Novene sind von der Spiritualität des heiligen Josefmaria Escrivá und seinen geistlichen Schriften inspiriert, besonders von seinem Buch „Der Weg“. Wir beten sie und bitten um seine Fürsprache für unsere Anliegen.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Wenn es um die Liebe zu Gott geht, gibt es nichts „Kleines“ und nichts „Grosses“. Jeder Akt der Liebe ist gross.
Josefmaria suchte keine aussergewöhnlichen Umstände. Er sagte, dass Gott den Menschen genau dort ruft, wo er ist: im Büro, im Krankenhaus, in der Küche oder auf dem Feld. Um für Gott zu leben, muss man nicht erst ein anderes Leben beginnen.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, öffne mir die Augen für deine Gegenwart in dem, was ich jeden Tag tue. Schenke mir den Willen, dich nicht nur in besonderen Augenblicken zu suchen, sondern in jeder Stunde, die mir geschenkt ist. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Josefmaria lehrte: „Heilige deine Arbeit. Heilige dich in deiner Arbeit. Heilige andere durch deine Arbeit.“ (Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, Nr. 70)
Diese drei Schritte bildeten das Herz seiner Spiritualität. Die Arbeit allein hat noch keinen geistlichen Wert. Doch wenn sie Gott dargebracht, gut und ehrlich getan und innerlich auf ihn ausgerichtet wird, wird sie zum Gebet.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, nimm meine heutige Arbeit mit allem, was daran langweilig, schwer oder unsichtbar ist, und lass sie zu einer Gabe für dich werden. Hilf mir, auch die kleinen Dinge aus Liebe zu dir so gut wie möglich zu tun. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Freiheit bedeutet, auf Gottes Ruf so antworten zu können, wie du ihn verstanden hast: mit voller Verantwortung und Liebe.
Er wusste, dass der Glaube die Freiheit nicht aufhebt, sondern vertieft. Jeder Mensch trägt selbst die Verantwortung für seine Heiligkeit. Niemand kann sie ihm geben oder nehmen.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, ich danke dir für die Freiheit, die du mir geschenkt hast. Gib mir den Mut, sie gut zu nutzen. Hilf mir, mich nicht hinter den Umständen zu verstecken, sondern mich in jedem Augenblick, der mir geschenkt ist, für dich zu entscheiden. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Demut ist Wahrheit. Demütig zu sein bedeutet, sich so zu sehen, wie man wirklich ist – weder kleiner noch grösser.
Er wusste, dass Demut nicht bedeutet, sich selbst herabzusetzen. Sie heisst, sich vor Gott so zu sehen, wie man wirklich ist. Daraus wächst Dankbarkeit, denn alles, was ich habe, habe ich empfangen.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, lass mich klar und ohne Selbsttäuschung erkennen, wer ich bin, ohne mich zu überhöhen oder kleinzumachen. Lass aus dieser Klarheit Dankbarkeit wachsen für alles, was ich bin und habe. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Josefmarias geistliches Leben war tief von Maria geprägt. Der Gedanke dieser Betrachtung lautet: Geh zu Jesus, und geh immer durch Maria zu ihm.
Das war keine blosse Gefühlsfrömmigkeit, sondern eine klare theologische Überzeugung: Maria tritt nicht an die Stelle Christi. Sie führt uns zu ihm. Josefmaria betete täglich den Rosenkranz und ermutigte alle dazu, die ihm zuhörten.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Maria, nimm mein Gebet und bring es zu deinem Sohn. Lass auch mich lernen, was du konntest: mich Gott ohne Vorbehalt und ohne Angst anzuvertrauen. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Gott nennt dich seinen Freund. Keinen Knecht, keinen Untertanen, sondern einen Freund. Nimmst du das an?
Dass Gott sich dem Menschen als Freund zuwendet, war für Josefmaria eine Grundlage des geistlichen Lebens. Es ging ihm nicht um einen fernen Gott, vor dem man sich nur verneigt, sondern um einen Gott, der das Gespräch sucht, Nähe und Vertrauen.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, ich nehme deine Freundschaft an. Lass mich sie nicht leichtnehmen, sondern jeden Tag aus ihr leben: im Gespräch mit dir, im Vertrauen und in deiner Gegenwart. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Apostolat ist nichts, das sich auf den Kirchenraum beschränkt. Es beginnt im Gespräch mit einem Freund, in einem Rat für einen Kollegen und in dem Beispiel, das du ohne Worte gibst.
Das Apostolat der Laien war seine grosse Entdeckung: Jeder Christ hat einen Auftrag, nicht nur Priester und Ordensleute. Dieser Auftrag verwirklicht sich im gewöhnlichen Alltag.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, lass mich dort dein Zeuge sein, wo ich lebe und arbeite, durch mein Leben und nicht durch grosse Reden. Lass meine Beziehungen, meine Arbeit und meine Art zu leben von dir erzählen. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Das Geheimnis der Heiligkeit liegt in der Ausdauer. Nicht in Genialität, besonderen Gaben oder aussergewöhnlichen Erfahrungen, sondern in einer beständigen Liebe, die nicht erlischt.
Er kannte die Entmutigung aus eigener Erfahrung. Mehrmals hatte er sie erlebt, besonders während des Spanischen Bürgerkriegs, als das Opus Dei verfolgt und beinahe vernichtet wurde. Doch er fand immer zurück und machte weiter.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, wenn ich müde werde und zweifle, gib mir die Kraft weiterzugehen. Nicht weil es mir leichtfällt, sondern weil ich glaube, dass du bei mir bist. Und dass das genügt. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.
Kreuzzeichen.
Betrachtung:
Ich habe auf alles verzichtet und alles empfangen. Denn wenn ein Mensch Gott alles gibt, schenkt Gott es ihm vielfach zurück.
Diese Betrachtung ist keine abstrakte philosophische Behauptung. Sie ist vom Leben eines Menschen inspiriert, der seine Jugend, seine Pläne, seine Kraft und schliesslich seine Gesundheit für etwas hingab, das an jenem Morgen des Jahres 1928 in Madrid nur er gesehen hatte.
„Heiliger Josefmaria Escrivá, bitte für uns.“
Abschlussgebet:
Herr, nimm alles, was ich habe und was ich bin. Schenke mir nur eines: dass ich für dich lebe in dem, was ich tue, was ich liebe und was ich gebe. Amen.
Vaterunser. Gegrüsset seist du, Maria. Ehre sei dem Vater.